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Im Interview

Robert Joos und Manfred Altvater im Gespräch mit Dipl.-Ing. Univ. Christian Seebauer (chs).

chs „JOOS Metallveredelung – seit 1924? Da gab es mich noch gar nicht…“
Robert Joos: (atmet tief ein) „Ja, in der Tat eine lange Geschichte, auf die wir zurückblicken können. Aber eigentlich hatten wir nie die Zeit, um zurückzublicken. Und das ist auch gut so. Unsere Arbeit spielt sich ja hier und jetzt ab (schmunzelt). Und ich freue mich auch auf das, was vor uns liegt…“
chs „Wobei wir schon beim Thema sind. Sie übergeben an Manfred Altvater…“
Manfred Altvater: „Hat er schon (lacht ebenfalls) – zumindest, was den technischen Alltag angeht. Alles andere, vor allem auch die langjährigen Kundenbeziehungen und die Erfahrung übergibt man ja nicht an einem Tag. Und da hoffe ich natürlich sehr…“
Robert Joos: „Wenn ich hin und wieder gebraucht werde, freue ich mich ja auch“.
chs „Wie schwer fällt Ihnen das Loslassen?“
Robert Joos: (schweigt für einen Augenblick). „Ich kann natürlich nicht sagen, dass es mir leicht fällt. Hier im Werk hängt schon eine Menge Herzblut drin, ganz besonders auch wegen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ein Großteil ist ja bestimmt schon eine halbe Ewigkeit dabei. Das ist für mich schon so etwas wie eine lieb gewordene Familie. Trotzdem: Auch meiner Frau schulde ich nun endlich ein wenig mehr Zeit und Aufmerksamkeit: Ich freue mich, dass Herr Altvater vieles anders macht, als ich.“
chs „Sie scherzen?“
Robert Joos: „Nein, ich freue mich darüber. Und ich vertraue ihm voll und ganz. Gerade, weil er frischen Wind reinbringt, die Ärmel hochkrempelt und hart anpackt. Er hat ja ebenso wie ich Galvanik von der Pike auf gelernt. Und: Er kann es mit den Mitarbeitern. Er ist menschlich.“
chs „Nicht mehr selbstverständlich in der heutigen Arbeitswelt…“
Manfred Altvater: „…Aber auch nicht falsch. Ein Mitarbeiter muss auch echte Anerkennung bekommen, wenn er etwas gut macht. Und das aller-aller-meiste, was unsere Mitarbeiter/Innen täglich machen, ist einfach auch richtig gut! Wenn am Ende bei uns glänzende und perfekt galvanisierte Metallteile herauskommen, dann ist das ja so, weil jeder ganz persönlich etwas dafür getan hat. Die Arbeit bei uns macht Sinn. Man kann sie anfassen und sehen.“
chs „Aber die Zeiten werden auch härter?“
Robert Joos: „Das hat man auch schon vor 50 Jahren gesagt. Ein Patentrezept gibt es nicht“
Manfred Altvater: „Sehe ich auch so. Unsere Stärke ist, das wir weder ganz klein, noch riesig groß sind. Wir sind dafür extrem vielseitig und flexibel. Und das wiederum liegt zu einem ganz großen Teil auch an zufriedenen Mitarbeitern. Wer gerne arbeitet und Sinn in seinem Tun sieht, der entwickelt eigene Kreativität, Flexibilität, Eigenständigkeit. Und wer gerne da ist, der kann sich hin und wieder auch für etwas richtig begeistern. Das wird bei uns groß geschrieben und genau das macht manchmal für den Kunden das Unmögliche möglich.“
chs „Also kein Betriebsklima der Angst“
Manfred Altvater: „Schreckt mich total ab“
chs „Mit ist aufgefallen, dass die Mitarbeiter im Werk auch einmal lachen und sehr kameradschaftlich miteinander umgehen“.
Robert Joos: „Ich denke, es gibt bei uns keinen, der sich mit der Arbeit nicht identifiziert. Und da ist lachen genauso erlaubt, wie ehrliche Kritik. Auch untereinander“.
chs „Themenwechsel. Herr Altvater, was verbindet Sie persönlich mit Metall?“
Manfred Altvater: „Alles (lacht). Ich bin damit aufgewachsen. Dinge aus Metall sind einfach spannend. Metall hat ja immer etwas Technisches an sich. Es ist aber auch spannend, weil fast alles, was zu uns kommt, total durchdachte und raffinierte Werkstücke sind. Auch wenn ich als Galvaniseur natürlich niemals alles Verstehen kann und muss, was der Kunde dann damit macht. Aber schon vieles hat hier bei uns seinen letzten Schliff bekommen.“
chs „Gibt es solche Aha-Momente, wo man irgendwann irgendwo ein Werkteil wiederentdeckt, das schon einmal hier war?“
Robert Joos: „… ein Werkteil wieder entdeckt? Klar, gibt es das. In jedem Fahrzeug stecken heute unzählige galvanisiert Bauteile. Und alles Metallische, was Sie heute im Baumarkt kaufen, ist galvanisiert. In Ihrem Haushalt finden Sie Galvanik praktisch überall. Vom Essbesteck über Türklinken, Lampenfassungen, Kleiderbügel. Und ja, hin und wieder erkenne ich auch etwas wieder, was schon einmal in unserem Hause war. Das sind dann manchmal tatsächlich Aha-Effekte. Auf jeden Fall verbindet einen ja dann etwas.“
chs „Also gar nicht alles Fernost?“
Manfred Altvater: „Nein. Sie würden staunen. Vieles wird tatsächlich hier in Deutschland gefertigt und wir galvanisieren es hier. Das freut mich dann auch.“
chs „Für wen rechnet sich Galvanik? Ich kann ja nicht mit einem Einzelteil hier vorbeikommen und …“
Robert Joos: „Warum denn nicht? Klar sind viele unserer Kunden eher im Mittelstand und in der Zulieferindustrie beheimatet. Aber wir haben auch schon mal den Künstler mit seinem Werk hier oder einen Autobastler, der mit einen ganz speziellen Auspuff zum Galvanisieren kommt. Nicht die Regel. Aber auch ganz witzig, wenn man am Ende mal eine Runde mitfahren darf.“
chs „Eine Frage zum Umweltschutz. Sie arbeiten ja – einfach ausgedrückt – mit Säuren.“
Robert Joos: (nachdenklich) „Und wir sind Gott sei Dank in Deutschland. Wobei wir auch hier immer schon ein wenig Vorreiter waren. Unsere Philosophie ist es, die Umwelt mit absolut „Null“ Abfallstoffen zu belasten. Dass das geht, zeigen wir seit vielen Jahren. Deshalb werden nicht nur „fast alle“ – sondern ausnahmslos alle bei den Galvanikprozessen anfallenden Stoffe recycelt. Zu 100%.“
chs „Wagen Sie eine Zukunftsprognose, Herr Joos?“
Robert Joos: „Nur die: Auch unsere Enkel werden glänzende Metallteile verwenden.“
chs „Und Sie, Herr Altvater?“
Manfred Altvater: „Und wir werden sie zum Glänzen bringen. Wann immer unsere Kunden/innen uns das Vertrauen geben, dann legen wir los.“
chs „Danke für das Gespräch!“

 

www.joos-galvanik.de
von links: Robert Joos, Manfred Altvater
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